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Nelson sorgt für ein Lächeln

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Biedenkopf-Wallau. Mit seinen drei Jahren ist der junge Rüde noch ein wenig ungestüm. Doch wenn er im Wallauer DRK-Seniorenheim seinen wöchentlichen Auftritt hat, dann wird er zum Schmusetier und zaubert den Bewohnern ein Lächeln auf die Lippen.

 

Inka Seibel hat sich einen Traum erfüllt: Sie arbeitet mit Hunden und macht so Menschen eine Freude. Ganz bewusst hat sie sich den Retriever-Mischling ausgesucht. Ihn wollte sie ausbilden und hat mit dem DRK-Kreisverband Biedenkopf einen Partner gefunden, der ihr viel Freiraum ließ.

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Ziel war es, den älteren Bewohnern des Seniorenzentrum in Wallau eine Freude zu machen. Und das ist gelungen. Ein Vierteljahr lang haben Hund und Frauchen beim Landesverband des Roten Kreuzes eine Schulung absolviert und diese mit einer Prüfung beendet.

Parallel dazu wurde in Wallau geübt und sehr genau geschaut, wie Nelson denn auf die Senioren reagiert. Es ging aber auch darum, zu erleben, was der Hund bei den Bewohnern auslöst. Dreimal im Monat schaut das Paar für jeweils rund eine Stunde vorbei – ehrenamtlich, das macht Inka Seibel deutlich. Zunächst gibt es Einzelbesuche auf Zimmern. Ganz gezielt wurden ein paar Bewohner herausgesucht. Angst vor Hunden durften sie nicht haben. Und Nelsons Besuch musste einen positiven Effekt haben.

Das hat der knapp hüfthohe Hund allein schon, wenn er durch die Station geführt wird und ihn einige der Wallauer Senioren gleich begrüßen. Zu Hunden haben die besuchten Bewohner ein gutes Verhältnis, zu Nelson ein sehr enges. Der Rüde erkennt sein Gegenüber und weiß, was er mit wem machen kann.

Bei einem älteren Herrn reicht es, einfach da zu sein, sich streicheln zu lassen. Dann spricht der Senior auch mit dem vierbeinigen Gast. Mit zwei weiteren Bewohnern des Hauses hat sich Inka Seibel auch auf die praktische Prüfung vorbereitet. So lernte Nelson mit einem Gast diverse Spielchen mit Leckerchen. Gerne macht der Hund mit und sorgt so auch bei seinem Gegenüber für ein Lächeln.

Ganz wichtig war auch, dass sich der Hund an den Rollstuhl gewöhnt, den viele Hausgäste nutzen müssen. Ganz ruhig läuft der Vierbeiner neben dem Gefährt her, während sein Frauchen schiebt. Dabei muss auch das Tier lernen, ruhig zu bleiben und den richtigen Abstand zu halten, damit die Pfoten nicht unter die Räder geraten.

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Zweiter Part bei den regelmäßigen Besuchen ist Teilnahme an den Bewegungsübungen im Gruppenraum. Denn mitten im großen Kreis der betagten Bewohner darf der Rüde nicht einfach herumspringen. Inka Seibel muss den dann ungeduldigen Hundemann schon mit klaren Befehlen im Zaum halten. Schließlich wird nun ohne Leine gearbeitet. Und es gibt auch immer wieder Mitbewohner, die eigentlich Angst vor Hunden haben, in dieser Situation aber wegen der körperlichen Einschränkung nun mal eben nicht einen Schritt zurückgehen können.

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Inka Seibel versucht, jedes Mal ein anderes Bewegungsspiel zu machen

Gut eine halbe Stunde haben Hund und Bewohner für diese Aktion Zeit. Dann ist auf beiden Seiten die Konzentrationsfähigkeit aufgebraucht. Für den jüngsten Besuch hatte Inka Seibel ein paar kleine Aktionen vorbereitet. So musste Nelson aus den Händen von Freiwilligen Tennisbälle einsammeln und in einen Korb legen. Das ist für alle Beteiligten eine anspruchsvolle Sache.

Die Senioren müssen den Ball halten und ihn ohne Scheu an den Hund abgeben, Nelson muss dagegen ganz vorsichtig nach dem Ball schnappen und ihn in einen Korb, den ein Bewohner hält, ablegen.

Auch bei der zweiten Übung dürfen die Hausbewohner mitmachen. Sie verstecken kleine Möhrenstücke in einer Backform und legen darauf einen Tennisball. Der Hund sucht dann in der nunmehr am Boden liegenden Form nach den Leckereien. Das wiederum freut die Senioren.

Inka Seibel versucht, jedes Mal ein anderes Bewegungsspiel zu machen. Damit seien sowohl der Hund wie auch die Bewohner gleichermaßen gefordert. Für sie ist es ganz wichtig, dass nicht nur die Hausgäste ein positives Erlebnis haben, sondern auch der Hund. Und wenn die Konzentration des Tieres nachlässt, dann verabschiedet sie sich. Denn auch das Spiel fordert Nelson. Zumal er ständig darauf bedacht sein muss, sich nicht zu ungestüm zu bewegen.

Das darf er dann wieder auf dem Weg zum Auto machen, denn Hund und Frauchen fahren nach dem Besuch in Wallau wieder heim nach Bad Laasphe.

 

Quelle: mittelhessen.de / Fotos: Meistrell